Wir haben -Ja- gesagt!

Nun ist unsere Hochzeit schon seit 41 Tagen vorbei, es wird Zeit für ein Rückblick, den ich gerne mit euch gemeinsam machen möchte.

Wir waren bis kurz vor dem Standesamt Termin am 07.07.2017 um 11Uhr keineswegs aufgeregt. Die Anspannung hielt sich absolut in Grenzen und selbst kurz vor dem Standesamt mussten wir gestehen, waren wir ziemlich entspannt. Wir haben das selbst nicht erwartet, aber im nachhinein betrachtet sind wir doch sehr froh darüber dass es so gewesen ist.

Das Standesamt war für uns ehrlich gesagt auch nur Bürokratie und Papierkram. Es ging auch sehr schnell. Wir waren alle ca. 10 Minuten vorher am Standesamt und die Standesbeamtin hat uns schon in den Saal gebeten in dem wir uns das Ja Wort geben würden. Und dann saßen wir da, mitsamt unserer Familie und warteten darauf, dass es 11 Uhr wird. Die Standebeamtin hat uns dann aber gefragt, ob wir nicht schon beginnen wollen würden, alle Gäste seien anwesend. 19883937_1624112687601284_7325578896102646249_n

Wir stimmten zu und so begann die Trauung, die sage und schreibe 15 Minuten lang gegangen ist. Ja, richtig gelesen. So schnell wir im Standesamt standen, so schnell waren wir auch wieder heraus. Undzwar als Mann und Frau. Ganz offiziell vor dem Gesetz. Sicherlich ist es auch etwas besonderes, denn nur auf dem Standesamt gilt man offiziell als verheiratet. Allerdings sollte das nicht unser emotionalster Moment werden. Im Anschluss waren wir gemeinsam mit unseren Familien essen und haben einfach den Moment genossen.

Am Abend mussten wir dann noch die Kirche und den Saal schmücken und dekorieren. Es sollte ja schließlich alles so sein, wie wir uns das gewünscht haben. Und es wurde genau so, wie wir das wollten. Schlicht und einfach, all‘ die Mühe und Vorbereitungen haben sich gelohnt! Und ich bin froh, dass ich nicht auf die Inhaber des Schloss‘ gehört habe und meinen Farbwunsch letzendlich durchgezogen habe.

Der erste Tag ging für uns spätabends vorüber. Wir genossen ein letztes Abendessen mit meiner Schwägerin, deren Freund und meiner Familie und gingen erschöpft, aber überglücklich ins Bett. Wir haben die letzte Nacht, vor dem großen emotionalen Tag miteinander verbracht. Für uns kam es nie in Frage getrennt zu schlafen.

Nun war er gekommen, früh Morgens um 6 Uhr klingelte mein Wecker. Denn um 07:30 Uhr musste ich mit meiner Mutter und meiner Schwester bei meiner Frisöse sitzen. Da ich ein absoluter Morgenmuffel bin, war das frühe aufstehen auch an diesem Tag eine etwas längere prozedur. Nachdem ich es aber letzendlich geschafft habe, meine Sache gepackt und das ‚überlebenspaket‘ meines Mannes, in Form von leckereien vom Bäcker bekommen habe, ging es los zum Frisör. Zuerst wurde meine Schwester und meine Mutter frisiert, meiner Mutter ging es an diesem Tag leider nicht so gut, am Morgen war sie geplagt von Sodbrennen und auch der Kreislauf machte nicht unbedingt mit. Gepaart mit der aufregung, die eine Brautmama eben so mitbringt, war das keine ganz so gute Kombination. Aber wir meisterten es gut.
Gegen 10 Uhr verließen wir den Friseursalon. Nun kam auch bei mir endlich die Aufregung durch! Und ich hatte mich schon gewundert. Zuhause angekommen, war mein Mann schon zu seinem Bruder verschwunden. Getrennt fertig machen war uns dann doch sehr wichtig. Mein Brautkleid war auch seit Monaten gut gehütet vor ihm versteckt worden. Meine Schwägerin, der ich so unglaublich dankbar bin, hat mir dann geholfen in mein Kleid zu schlüpfen. Im ersten Augenblick standen wir davor und wussten einfach nicht, wo wir beginnen sollen. Ein ausladendes Kleid mit 6m Schleppe ist eben nicht so einfach zu händeln. Aber wer sagt es, nach guten 15 Minuten war es geschafft. Die Braut steckte endlich in Ihrem perfekten Kleid! Noch kurz auf die Uhr geschaut, es war gerade einmal 11:15 Uhr. Das hat für mich bedeutet, noch eine gute halbe Stunde zuhause zu sitzen, bis meine Eltern mich abholen. Was soll man denn die ganze Zeit machen? Mit so einem riesen Kleid kann man ja nicht mal eben einfach irgendetwas erledigen. Also saß ich auf unserer Couch und wartete ganz geduldig. Und irgendwann war der Zeitpunkt da, als meine Eltern und meine Geschwister endlich kamen um mich einzusammeln. Die Trauung begann um 13 Uhr, da wir eine Anfahrt von guten 30-40 Minuten hatten, beschlossen wir zeitig loszufahren. Ein wenig zu zeitig. Wir waren nämlich ca. 10 Minuten später da, als mein Mann. So musste er kurzerhand in die Kirche geschickt werden, sodass ich mich vor dem Haupteingang platzieren konnte. Zum Glück war der Nebeneingang ums Eck, sodass ich ganz ungesehen geblieben bin.
Eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn fiel meine Mama dann 5 Stufen herunter und brach sich 3 Rippen an. (Das kam allerdings erst nach unserer Hochzeit heraus, da sie erst 2 Tage später zum Arzt gegangen ist.) Ihr glaubt mir gar nicht, wie schlimm das für mich war. Die ganze Aufregung bzgl. unserer Trauung war wie weggeflogen, ich hatte nur noch Sorge um meine Mama. Kühlend und weinend, weil ihr Brautmama-Armband kaputt ging, saß Sie dann in der Kirche. Der Tag war somit fast gelaufen für sie. Denn so genießen wie sie es eigentlich wollte konnte sie dann leider nicht mehr. Aber wir haben versucht das beste daraus zu machen.

13 Uhr, die Kirchenglocken läuteten und plötzlich war meine Aufregung wieder da. Als mein Papa dann auf mich zukam um mich in die Kirche hineinzuführen war alles vorbei. Ich habe nur noch versucht meine Tränen wegzuatmen! Immerhin wollte ich unsere Gäste und meinen Mann sehen, wenn ich hereinlaufe. Dabei kamen ganz witzige Bilder zustande. Aber so konnte man mir meine Aufregung wenigstens ansehen. Das war auf jeden Fall in Ordnung! (:

Nun war es an der Zeit, vor Gott und der Kirche – Ja – zu sagen. Wisst ihr, wir sind nicht unbedingt stark gläubig oder gar Kirchengänger, eigentlich ganz im Gegenteil. Für unsere Ehe wünschten wir uns allerdings doch den Segen ‚Gottes‘. Wir sind davon überzeugt, dass es irgendetwas geben mag, etwas was sich der Mensch nicht vorstellen kann. Ob das unbedingt ‚Gott‘ ist, darüber sind wir uns nicht einig. Aber uns war wichtig, dass wir trotz allem den Segen hierfür haben. Den Segen unseren Weg gemeinsam beschreiten zu können. Und so kitschig das auch klingen mag, für uns gehörte die kirchliche Trauung einfach zu einer Hochzeit dazu!
Also gaben wir uns in einem wirklich wunderschönen Gottesdienst, der geleitet wurde von Pfarrerin Elsel, das Versprechen, uns zu lieben und zu ehren, uns treu zu bleiben und dies mit ‚Gottes Hife‘ gemeinsam zu schaffen.

‚Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen,
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.‘
Hohelied 8.7

Unser Trauspruch bedeutet für uns sehr viel. Wir haben ihn ausgewählt, aus dem Hohelied der Liebe. Er beschreibt unsere Beziehung miteinander sehr gut, unsere schwierigen Zeiten, die wir bis zu unserer Trauung schon miteinander gemeistert haben. Wir können uns mit diesem Spruch identifizieren und uns immer wieder daran erinnern, dass nichts auf der Welt unsere flammende Liebe auslöschen kann. Wir möchten an dieser Stelle nochmal einen großen Dank an Pfarrerin Elsel aussprechen, die sich bereit erklärt hat unsere Trauung zu halten, nachdem unsere eigendliche Pfarrerin im Krankenstand steht und diesen Gottesdienst für uns und unsere Gäste unvergesslich und besonders gemacht hat! Vielen Dank!

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Nach dem sehr emotionalen Gottesdienst, indem meine Schwester und mein Papa die Lieder ‚Hallelujah‘ und ‚Ein Liebeslied von Eisblume‘ vorgetragen haben und wir spätestens da die Tränen nicht mehr halten konnten, war die Zeit gekommen unseren Tag mit all‘ unseren Gästen zu feiern!
Nach den ganzen Gratulationen und dem traditionellem Herzauschneiden, bei dem übrigens mein Mann gewonnen hat, ging es im Autokorso los zu unserer Feierlocation. Wir sind überglücklich die Location gewählt zu haben, wir haben uns rundum gut betreut gefühlt und haben einen unvergesslichen Tag genossen!

Angekommen am Schloss wurden wir mit einem Sekt empfangen, für unsere Gäste gab es neben dem Sekt ganz viele Häppchen, sodass Sie nicht mit leeren Magen auf uns warten mussten. Da es an diesem Tag um die 33°C hatte, war die Wartezeit natürlich angenehmer mit etwas im Magen und einem Schattenplätzchen. Wir waren sehr froh, dass das Schloss eben genau diese Möglichkeiten bereit gestellt haben und wir somit ohne große Sorge unsere Hochzeitsfotos machen gehen konnten. Die Stunde Fotos machen verging wie im Flug und so waren wir schon wieder bei unseren Gästen. Gemeinsam mit diesen wurden noch Fotos gemacht und im Anschluss gingen wir in einer geschlossenen Gesellschaft in unseren Raum. Alle bestaunten unsere Dekoration und fühlten sich direkt wohl. Wir waren erleichtert, dass wir eine solche Atmosphäre schaffen konnten.

Neben dem Abendessen und diversen Geschenkübergaben, man muss dazu sagen dass sich sehr viele Gäste wirklich etwas haben einfallen lassen, vielen Dank hierfür, eröffneten wir die Tanzfläche am späten Abend mit unserem Hochzeitstanz. Nach einer 2 Minütigen Rumba auf ‚Thinking out Loud‘ von Ed Sheeran switchten wir um auf eine einstudierte Coreo mit ganz vielen verschiedenen Liedern. Unser Tanz ging geschlagene 9 Minuten lang und ein stolpern meinerseits blieb dabei nicht aus. Es war aber auch sehr beschwerlich mit diesem Kleid einwandfrei zu tanzen. Aber wir haben es sehr gut gemeistert und der Tanz kam, wie erhofft, super bei den Gästen an!

Im Anschluss verteilte sich die Hochzeitsgesellschaft auf der Tanzfläche, an der Bar und im Innenhof des Schlosses. Denn mittlerweile war unser Raum ziemlich warm gewesen. Die ersten Gäste haben uns verlassen, da einige noch einen langen Heimweg hatten, aber es blieben trotzallem noch Gäste bis ca. 2 Uhr in der Nacht.
Wir hätten sicher noch länger gefeiert, allerdings haben wir auch verstanden, dass die meisten eine wirklich lange Heimfahrt vor sich hatten und wir sind einfach nur dankbar dass alle den Weg auf sich genommen haben, diesen Tag mit uns zu genießen und zu feiern.

Nachts um 3 Uhr lagen wir dann umhüllt von unseren Geschenken, meinem Brautkleid und dem Anzug meines Mannes im Bett. Erschöpft und Glücklich zugleich.

Wir sind so unendlich dankbar für diesen Tag. Er war genau so wie wir ihn uns vorgestellt haben!

 

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