Da vergeht einem die Lust…

Nachdem wir nun endlich, Location, Brautkleid, Einladungen und Kirche fest für uns haben, kommen die ganzen ungemütlichen Dinge.

Leider kann man es nicht allen recht machen, mal ganz davon ab, dass man als zukünftiges Brautpaar froh ist, wenn man irgendwie alles im Kopf behält. Es gibt allerdings Dinge im Leben, die auch wir nicht ändern können. Fangen wir einmal bei der Locationsuche an. Hurra! Wir sind Verlobt – wir möchten bitte an Tag X heiraten! Die meist gehörte Antwort: „Das tut uns leid, aber an diesem Tag sind wir schon ausgebucht.“ Frustriert sucht man dann weiter und ist froh, wenn man am Ende 4-5 Locationbesichtigungen hat für Tage, die in Frage kommen. Man muss sich eingestehen ‚wenn ich nicht 24 Monate vorher anfange zu planen, dann bekomme ich wohlmöglich keine Location an unserem Wunschdatum.‘ Also gut, somit sollte man immer ein bis zwei Alternativtermine im Hinterkopf haben. Und wenn man dies berücksichtigt, ja dann kann man endlich etwas entspannter auf Locationsuche gehen. Doch allerdings kommt dabei der nächste Punkt: das liebe Budget.
Sind wir ehrlich, wer möchte nicht auch als Prinzessin auf einem Schloss heiraten? Wer möchte nicht auch DIE perfekte Location besitzen, die all seine Wünsche abdecken? Richtig, absolut jede Braut möchte das! Der Bräutigam ist da eher bereit einige abstriche zu machen. Bei der Braut fällt das allerdings schon deutlich schwerer. Und oft kommt nach einer Besichtigung das schmerzhafte für das Portmonaie. Hochzeitspauschalen sind super verlockend, aber habt Ihr hierbei mal auf den Preis geschaut? Wenn du zu den Glücklichen zählst, die 150€ p.P. bezahlen können, dann herzlichen Glückwunsch! Dann habt ihr das große Los gezogen, sehr warscheinlich EURE Traumlocation zu besitzen.
Gehört ihr allerdings zu der Kategorie ‚Student und einfache Angestellte‘ – dann fällt euch bei dem Preis erst einmal alles aus dem Gesicht. Euer Verlobter fängt schon während der Besichtigung an zu rechnen und gibt dir unweigerlich gegen Ende zu verstehen ‚Das können wir uns nicht leisten.‘ Und auch du weißt tief in dir drin; er hat recht. Auch wenn man sich dies im ersten Moment nicht eingestehen möchte und die Location trotzdem für einen optioniert.
Also gehen wir weiter, nach der 3. Besichtigung (und für uns die vorletzte) haben wir dann eine Location gefunden, bei der wir leider wirklich Abstriche machen mussten. Dies allerdings Budgetmäßig unschlagbar war. Nachdem uns der Inhaber vermittelte, dass er keine Termine Optionieren kann, nutzen wir die Möglichkeit im Restaurant noch etwas zu essen. Man muss ja auch wissen wie der Koch ist. Nachdem auch das gepasst hat, kam leider noch ein erschwerter Punkt hinzu: Die Location ist nicht Barrierefrei. Unser Rollstuhlfahrer kommt nicht in unseren Raum. Ein ziemlich flaues Gefühl machte sich breit. Wir listeten alle Locations auf, die wir schon hatten (von der letzten hatten wir schon eine Hochzeitsmappe mit Preisen per Email erhalten) und mussten feststellen, dass dies leider die einzige Location ist, die wir uns finanziell leisten konnten.
Natürlich gibt es Möglichkeiten einen Rollstuhlfahrer in das Stockwerk zu bucksieren, doch da blieb natürlich die Frage offen, ob derjenige dies auch möchte. Da wir die Location direkt für uns sichern mussten, haben wir den Buchungsvertrag unterschrieben.
Unseren Rollstuhlfahrer haben wir dann im nachhinein darüber informiert, mit der bitte, dass er es sich überlegen sollte.
Gestern bekamen wir dann den Anruf von Ihm, dass er es nicht möchte und demnach nicht kommen wird. Sicher ist dies ein heftiger Niederschlag, wenn er nicht kommen kann. Immerhin ist es einer der besten Freunde meines Verlobten. Aber mein Verlobter erklärte ihm, zumindest versuchte er es, wieso es diese Location wurde. (Mal ganz davon ab, das wir uns eigentlich nicht rechtfertigen müssten, aber bei der Planung so gut es ging versucht haben zu berücksichtigen dass wir eine Barrierefreie Location bräuchten)
Am Abend bekam Ich von seiner Freundin dann eine ziemlich freche und gemeine Nachricht – in der wir beide hingestellt wurden, als hätten wir unsere Location ganz absichtlich so gewählt dass er nicht kommen könnte. Als wären wir schlechte Menschen. Das wir allerdings bis zum Schluss versucht haben eine Lösung hierfür zu finden, das wird außer Acht gelassen.

Wisst ihr, wenn man solche Nachrichten bekommt, hat man einfach keine Lust mehr. Man macht und tut und versucht sein bestmöglichstes und wird am Ende hingestellt als wäre man das letzte. Desweiteren wird mit halbwissen um sich herum geworfen, wir hätten nur wegen des Datums keine andere Location gewählt. Witzigerweiße fiel ein Alternativdatum auf den 07.07. und 08.07. – dies war ursprünglich gar nicht so gewollt. Denn ursprünglich wollten wir den 01.07. als Hochzeitstag haben. Aber wir haben ja nur wegen des Datums diese Location gewählt. Ja das ist schon recht so…
Mir fehlen hierzu wirklich die Worte und ich finde es absolut unverschämt, dass man sich soetwas anhören muss. Da ist man froh die großen Brocken wie Location, Kleid und Einladungen endlich fertig zu haben und dann kommt soetwas daher.
Und sind wir ehrlich, nach meinen bisherigen Erzählungen und auch derer die ich von Freunden gehört habe, ist die Locationsuche das absolut schwierigste an der ganzen Hochzeitsplanung.

Nun versuche ich mich erst einmal wieder zu beruhigen….und gehe den Tag irgendwie an.
Denn auskurieren muss ich mich auch noch.

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