Frauenprobleme, Pille und Co.

Ich habe eine ganze Weile hier nicht mehr geschrieben. Ich bin ehrlich, ich hatte entweder keine Zeit, keine Lust oder einfach nicht das nötigste zu erzählen. Nichts was ich hätte teilen wollen. Sicher gibt es immer Themen, die man teilen könnte, allerdings gibt es auch Dinge die man nur mit engen Freunden bespricht.

Ich bin wieder Krank geschrieben, Okay was heißt ‚wieder‘? Ich war seit Januar nicht mehr Krank gewesen. Nun habe ich wieder eine Eierstockzyste, die geplatzt ist. Seit einer Woche Blutungen, die nicht enden wollen. Gestern war ich dann beim Frauenarzt, ein paar Tage Zwischenblutung ist ja sogesehen kein Problem und da macht man sich auch nicht so viele Gedanken. Sobald es aber immer mehr wird und immer mehr Schmerzen hinzu kommen, macht man sich doch etwas Sorgen. Es war Glück, dass ich gestern einen Termin bekommen habe, denn meine Frauenärztin ist sehr begehrt und ziemlich ausgebucht. Es gab dann die typischen Untersuchungen, Urin abgeben, Blutabnahme, aktuelle Vitalzeichen-erfassung, Ultraschalluntersuchung und Krebsvorsorge. Alles in einem Rutsch. Und nicht zu vergessen, den Schwangerschaftstest den ich am Dienstag schon habe machen sollen. Wie zu erwarten, negativ. Urin konnte ich den netten Damen auch nicht geben. Ich trinke zwar immer viel vor dem Termin, aber so auf Druck kann ich dann einfach nicht. Das war letztes Jahr schon ein totales Drama in der Frauenklinik. Nun, bei der Untersuchung kam dann eben eine Eierstockzyste rechts zum Vorschein. Das Ende vom Lied, 10 Tage Krank geschrieben und 7 Tage Pillenpause. Einige werden sich nun denken, wieso denn? Pause ist doch ganz normal. Nein nicht für mich. Seitdem bei mir Endometriose diagnostiziert wurde, besteht die Therapie der Pille im Langzeitzyklus. Ich hätte aber auch spontan Schwanger werden können. Das stand tatsächlich als Therapievorschlag damals im Arztbrief. Und wenn es irgendwann so wäre, auch ungeplant, wäre es für uns keine Katastrophe. Auch das würde man irgendwie gemeinsam schaffen. Auch wenn wir bislang noch etwas andere Pläne verfolgen. Ein Schwangerschaftsabbruch würde für uns niemals in Frage kommen.
Nun bin ich allerdings trotzdem am Überlegen, meine Pille abzusetzen. Eierstockzysten sind die häufigsten Nebenwirkungen der Pillen-Einnahme. Und ich bin es mittlerweile ziemlich leid. Denn ich habe immer ziemliche Schmerzen, sodass ich nicht richtig arbeiten kann. Ich kann nicht einmal etwas im Haushalt machen. Und dann fühlt man sich ziemlich nutzlos. Während der Partner arbeiten geht. Und sind wir einmal ehrlich, heutzutage gibt es so viele Verhütungsmethoden, ohne dass die Frau sich mit Hormonen zumüllen muss. Habt ihr euch schon einmal gefragt, ob das de Körper auf Dauer gut tun kann? Ich bin der Meinung, nein kann es nicht. Irgendwann sollte man einen Schlussstrich ziehen. Und mittlerweile bin ich Erwachsen und kann Verantwortung für eine eventuelle Schwangerschaft übernehmen, wenn einmal beim Verhüten nicht alles glatt läuft. Vor einigen Jahren habe ich darüber noch ganz anders gedacht. Der Langzeitzyklus kam mir super gelegen. Keine Regelblutung mehr, keine Schmerzen mehr, um nur zwei Beispiele aufzulisten. Zudem war das Risiko einmal schwanger zu werden ziemlich gering. Und auch mit 14 Jahren, als ich die Pille bekam, war es für mich die beste Option zu verhüten. Allerdings verändern sich Meinungen und man lernt seinen Körper mit der Zeit natürlich besser kennen. Man lernt vor allendingen, was einem gut tut und was einem mehr schadet. Und man sollte sich von Dingen trennen, die einem nur Schaden. Wichtig natürlich, niemals alleine abzusetzen. Dies sollte wirklich immer unter ärztlicher Kontrolle stattfinden und euer Partner muss auch dahinter stehen. Vor allem muss der Partner sich darüber bewusst sein, wieder bewusster auf die Verhütung zu achten. Schließlich ist dieses Thema für beide Wichtig. Und das sollte es auch immer sein. Ich kann von Glück sprechen, einen sehr Verständnisvollen Partner an meiner Seite zu haben, der Hintergründe hinterfragt und mir zur Seite steht wenn es um große Entscheidungen geht. Und sind wir einmal ehrlich, die Pille abzusetzen ist keine Entscheidung die man eben mal so trifft. Vor allendingen nicht, mit der Diagnose Endometriose. Denn die Pillen-Einnahme unterdrückt die Aktivität der Endometriose-Herde. Aber hier muss man entscheiden, was einem wichtiger ist. Und es ist auch nicht so, dass diese Herde binnen weniger Monate wachsen. Ich war 22 als ich die Diagnose offiziell bekommen habe und 23 als ich operiert wurde. Man darf sich also Vorstellen, wie lange es gedauert hat, bis sich diese Herde gebildet haben.

Ich habe mich nun etwas in die Materie eingelesen, die Pille abzusetzen. Und habe viele Erfahrungsberichte gelesen und festgestellt dass rund 90% aller Frauen, die diese abgesetzt haben, aus gesundheitlichen Gründen(!), viel zufriedener mit sich gewesen sind, seitdem Sie die Hormonbehandlung nicht mehr ausüben.

Am Montag werde ich meine Frauenärztin erneut kontaktieren, nicht nur um die Ergebnisse der Blutentnahme zu erfahren, sondern auch diese Thematik anzusprechen. Ich werde dann sicher berichten.

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