Gedankenkarussell

„Ich möchte aussteigen.“ Schreit mein Kopf, doch das Karussell wird nicht langsamer.
Mein Kopf muss einsehen, dass wir wieder einmal gefangen sind, in der Spirale der Gedanken. Es fällt schwer sich zu strukturieren, klar zu denken, richtig ‚aufzuwachen‘.

Seit dem Wochenend graut es mir vor heute und nun ist der Tag da.
Ich habe am Wochenende auf der Arbeit einen Fehler gemacht, heute ist meine Chefin wieder da und ich habe die schlimme Befürchtung, dass ich mir heute ein Donnerwetter anhören muss. Natürlich vollkommen zurecht, das steht außer Frage. Allerdings fühle ich mich unruhig, habe ein mulmiges Gefühl im Bauch, einen Kloß im Hals. Am liebsten würde ich vor der Situation weglaufen, anstatt mich dieser zu stellen. Doch ich muss mich dieser stellen, es führt kein Weg daran vorbei. Möglicherweise hilft mir später einfach ‚Augen zu und durch‘ – das wird mein unruhiges Gefühl allerdings bis dahin nicht besänftigen. Andererseits denke ich mir, dass ich nicht die erste gewesen bin, die solch einen Fehler gemacht hat und somit nicht die erste bin, die sich da eventuell einen Rüffel abholen muss. Und warscheinlich stelle ich es mir wieder schlimmer vor, als es wohl am Ende tatsächlich sein wird.

Spekulieren kann ich super, darin bin ich Weltmeisterin. Mir Szenarien ausmalen, die eintreffen könnten. Platz Nummero 1 liebe Meike! Nun habe ich schon so lange mit Gedankenkarussellen zu tun und ich schaffe es immer noch nicht, das Karussell zum stillstand zu bringen. Es ist wie ferngesteuert, als hätte ich keine Kontrolle darüber.  Es gibt einem das Gefühl des Kontrollverlustes und das macht die ganze Situation dann nicht besser, nein eher schlimmer.

55de14990bd2867b9d346259f6ac3e49
Quelle: odernichtoderdoch.de/ Pinterest.com

Ich fühle mich in solchen Momenten gefangen in meinem eigenem Körper, ich komme nicht vor und auch nicht zurück. Und doch dreht es sich, dieses Karussell, immer und immer wieder um seine eigene Achse. Druck und Panik steigt auf, der Wunsch abzustürzen, einfach abspringen zu können, egal welche konsequenzen das mit sich tragen würde. Hauptsache es hört auf sich mit mir zu drehen.
Manchmal wird mir auch richtig schlecht, ich steigere mich so in die Situation hinein, dass es wie festgebissen ist und ich nicht mehr klar denken kann. Konzentration lässt nach, schon die kleinste Kleinigkeit bringt mich aus dem Konzept und ich bin komplett durcheinander.

Und irgendwann, wenn ich mich der Situation gestellt habe, ist alles wie vergessen. Als wäre nie etwas gewesen, alle Gefühle, alle Emotionen wie weggeblasen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s