Grau in Grau

Heute steht mir auf der Arbeit ein etwas unangenehmes Gespräch bevor.
Gestern sagte mir ein Kollege ich hätte im März mit ihm zusammen Nachtdienst. Leider darf mich meine Chefin nicht in den Nachtdienst einplanen, seit März 2015 habe ich ein neurologisches Attest, dass ich für den Nachtdienst nicht geeignet bin und aus diesem heraus genommen werden muss. Ich nehme Medikamente zum schlafen, damit ich überhaupt irgendwie durchschlafen kann. Ich weiß noch nicht so recht, wie ich auf meine Chefin zugehen soll. Am besten bitte ich Sie einmal, ob Sie 5 Minuten für mich hat. Es ist natürlich nicht unbedingt förderlich, wenn man eine Schicht gar nicht machen kann, aber meine Gesundheit geht mir eben vor. Und solange mein Neurologe das Attest nicht aufhebt, werde ich auch auf mein Recht bestehen. Hoffe das gibt keine unnötige Diskussion heute.

Schlafen ist schon so lange ein Problem. Eine Kollegin die in der Küche arbeitet, ist aufgrund schwerer Schlafstörungen derzeit Krank geschrieben. Und das schon seit Dezember. Vollkommen zurecht! Ich sage mir, okay – Tagdienst schaffe ich, irgendwie. Aber die Nachtschicht wäre für meine Gesundheit absolut kontraproduktiv. Ich gehe alle 3 Monate zu meinem Neurologen und wir sprechen viel über diese Problematik. Ich habe ihn auch schon einmal gefragt was er denkt, ob man es wieder aufheben kann…das hat er verneint. Etwas traurig war ich schon, ich bin ungern eine „Extrawurst“ auf der Arbeit. Aber mittlerweile versuche ich einfach dazu zu stehen, zu sagen dass ich Medikamente zum schlafen brauche und mein Neurologe deswegen sagt, solange die genommen werden, darf ich keinen Nachtdienst machen. Manche Kollegen haben deswegen schon ganz schön verdutzt geschaut. Wo wir wieder bei dem Punkt wären „Du bist so jung und hast schon solche Probleme?!“ – Ja die habe ich! Und ich habe mir das beim besten Willen nicht ausgesucht! Glaubt mir, ich wünsche mir wirklich sehr, dass mein Leben einfacher wäre, mir alltägliche Dinge nicht solche Probleme bereiten würden. Mich für vieles rechtfertigen zu müssen, wieso manches eben nicht klappt.
Die Tage sind Grau, wenn ich nichts schaffe. Ich versuche mich an kleinigkeiten aufzuheitern. Z.B. die Tatsache aufgestanden zu sein, oder ins Bad gegangen zu sein. Zu kochen oder mal eine Maschine Wäsche einzuschalten. Für euch klingt das eventuell missverständlich, es sind doch alltägliche Dinge die eben anstehen. Für mich bedeutet es jedes mal, über meinen Schatten zu springen.
Habt ihr den Film „Alles steht Kopf“ gesehen? So wie ‚Kummer’kann man sich an stark depressiven Tagen mein Kopfchaos vorstellen. Es fühlt sich einfach alles schwer an, die Arme, die Beine und vor allem der Kopf. Gedankenkreisen, man will dass es endlich aufhört zu drehen. Man möchte aus diesem Karusell aussteigen, doch es hält nicht an. Der Betreiber sitzt lachend in seinem Häusschen und beginnt das Karusell immer schneller drehen zu lassen. Bis man vollständig ausgelaugt ist. Und dann ist selbst das Atmen schwer.

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Quelle: Odernichtoderdoch.de

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