Sonntagsgefühle

Dieser Tag war wieder einmal viel zu schnell vorbei.
Das ist leider immer so mit schönen Dingen. Endlich einmal zweisamkeit und schwupps ist die Zeit wieder vorüber. Aber wir haben doch versucht, das beste aus der Zeit heraus zu holen, darüber bin ich wirklich sehr glücklich. Denn diese Zeit haben wir leider immer weniger. Arbeit und Studium lassen es einfach nicht zu.

Wir waren heute schwimmen und ein wenig das warm Wasser im Außenbecken genossen. Danach haben wir uns ganz spontan entschieden, mal wieder richtig Burger essen zu gehen. Eigentlich kam die spontane eingebung von mir, wenn es nach meinem Freund gegangen wäre, wären wir wohl einfach nach Hause gefahren. Aber da hätten wir uns beide wieder nur vor den TV oder Pc verzogen und hätten die gemeinsame Zeit nicht richtig genossen. Es ist auch immer spannend, was man sich in solchen Momenten dann eigentlich mal wieder erzählt. Neben dem ganzen Alltagsstress, gehen so viele Dinge, die man eigentlich gerne teilen wollen würde, verloren. Und das stimmt mich oft traurig. Denn eine Partnerschaft lebt von Kommunikation und sei es noch so banal. Es ist wichtig dass man miteinander spricht, man Dinge erzählt die einem passiert sind, die einem im Kopf umher gehen. Ich versuche oft alles mit meinem Partner zu teilen, aber ehrlich gesagt interessieren ihn einige Dinge dann gar nicht. Aber er akzeptiert dass ich das Bedürfnis habe, ihn darüber zu informieren, was in meinem Kopf so vor sich geht.
Gerade mit einer Depression sind es oft die kleinen und doch unwichtigen Dinge die man unbedingt mit jemandem teilen möchte. Seien es Dinge die man einfach mal geschafft hat. Für die man sich überwinden konnte. Für manch andere mag das normaler Alltag sein, für mich ist es allerdings jeden Tag eine Herausforderung, der ich mich stellen muss. Jeden Tag muss ich meine Motivation einfangen, die winkend fröhlich an mir vorbei geht. Mittlerweile schaffe ich es ohne das Medikament, meine Motivation wieder einzuholen – eine Zeit lang war dies nicht möglich und ich war sehr dankbar über dieses Medikament. Auch wenn es mir an anderer Stelle leider ein neues Problem bescherrt hat. Ich habe dank Antidepressiva ordentlich zugenommen, mir selbst kam es nicht wesentlich mehr vor, aber es ist richtig, dass ich einen vermehrten Appetit hatte. Jetzt, nachdem ich das Medikament ca. 1 1/2 Monate lang nicht mehr nehme, merke ich erst einmal wieder richtig, wie wenig Appetit ich in gewissen Situationen habe. Ich esse nicht mehr aus langeweile! Und das wird mir erst jetzt richtig bewusst.

Ich bin wirklich froh, im Januar 2015 die Therapie begonnen zu haben. Das war wohl die beste Entscheidung, die ich seit langem getroffen habe. Ja es ist ein langer und harter Weg, der noch nicht gänzlich bestritten ist, aber ich weiß dass ich auf dem richtigen Weg bin. Und dieser Weg nennt sich, das Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken.

Ich möchte alle ermutigen, wenn es nicht mehr geht, wenn nichts mehr weiter geht, dann sucht euch Hilfe! Es ist keine Schande zu einer Therapie zu gehen. Man ist nicht alleine damit, auch wenn man das oft glaubt, aber ich sehe so viele Menschen aus dieser Praxis raus und rein laufen…da kann man nicht die oder der einzige auf dieser Welt mit Problemen sein. Und es ist ein guter Schritt, die Probleme anzugehen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s