Unser 1. Zyklus mit Unterstützung

„Wenn es ein Löwenzahn durch den Asphalt schafft, dann findest auch du deinen Weg.“
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Mit diesem Satz, welchen ich im mynfp-Forum gelesen habe, möchte ich diesen Post starten. Und euch somit auf unsere Reise mitnehmen. Ihr seit eingeladen mir zu folgen, zu hoffen und zu bangen. Zu hibbeln und eventuell auch enttäuscht zu werden.

Seit dem 11.September sind wir in der Kinderwunschbehandlung im Kinderwunschzentrum Erlangen, bei Dr. Jan van Uem. Wir waren sehr nervös, vor unserem Erstgespräch mit ihm. Was wird er uns empfehlen? Wird er uns und unsere Sorgen ernst nehmen? Was wird er sagen, das ich noch so Jung bin? Werden viele im Wartezimmer sitzen? Wie wird es weiter gehen? Werden wir endlich Schwanger?
Unendlich viele Fragen kreisten vor allem mir durch den Kopf und als endlich der lang ersehnte Termin vor der Tür stand, war ich einfach nur erleichtert, dass mein Mann mich zu diesem Termin begleiten konnte. Die ganzen Untersuchungsergebnisse der letzten Monate haben wir mitsamt dem Anmeldebogen schon vorab per Post zugestellt. Somit wusste Dr. van Uem worauf er sich vorbereiten musste und konnte uns schon zu beginn des Gespräches beruhigen.
Aber nun einmal zurück, wir kamen an und setzten uns in das Wartezimmer, das am Nachmittag erstaunlicherweise leer gewesen ist. Nur 2 Paare waren vor uns. Die Blicke trafen sich nur gelegentlich und wenn sie sich trafen, dann kam von beiden Seiten meist nur ein kleines Lächeln und dann hat man den Blick schon abgewand. Und so saßen wir da, erzählten uns von unserem Tag und versuchten uns unsere Nervosität nicht anmerken zu lassen. Dies gelang mir nur grenzwertig…
Und dann kam er, der Moment als wir aufgerufen wurden. Mein Herz pochte und ich hatte das Gefühl mir bleibt die Luft weg. Als mich mein Mann jedoch an der Hand nahm, spürte ich, ich muss diesen Weg nicht alleine gehen. Denn es betrifft uns beide. Es ist ja schließlich unser Wunsch und nicht nur meiner.

Und da kam er herein, Dr. Jan van Uem. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich die Internetseite des Kinderwunschzentrums nicht vorab schon in und auswendig gelernt hätte. Aber es war ein Unterschied, sich nur einzulesen und dann tatsächlich vor dem Arzt zu sitzen, der einem zu seinem Wunschkind verhelfen soll.
Er machte sofort einen sehr sympathischen Eindruck und ging die Sache mit allergrößter Sorgfalt und Fürsorge an. Man hat recht schnell gemerkt, dass dieser Arzt weiß wovon er spricht. In diesem Moment ist mir jeglicher Felsbrocken von den Schultern gefallen, man hat sie förmlich aufkommen hören. Ein kurzer Blick auf unsere Unterlagen, danach blickte er freudig auf uns und erklärte in kurzen Worten, dass er nicht glaube das wir viel Unterstützung von Ihm benötigen werden. In einem etwas ausführlicherem Gespräch erklärte er uns dann die Therapiemethoden, die er uns nun empfielt und fragte wie wir dazu stehen. Auch blieb die Frage nicht aus, ob ich bereit dafür wäre, da ich bei anderen Ärzten Medikamentöse Behandlungen derzeit immer abgelehnt habe. Als ich Ihm allerdings erklärte, wieso ich diese ablehnte und wie es sich ein Arzt bei mir verscherzen kann, nickte er und wirkte sichtlich erleichtert. Ich glaube, er hatte bange dass ich nicht bereit wäre und dieser Weg somit nicht der richtige für uns wäre.

Da mein Mann schon ein Spermiogram machen lassen hat und auch bei mir schon ein Hormonstatus inklusive Zyklus-Monitoring gemacht wurden, konnten wir direkt zum nächsten Schritt übergehen. In den Befunden wurde ersichtlich, das mein Östrogen-Spiegel am Zyklusanfang zu niedrig sei und dies der Grund ist, weshalb ich eine verlängerte erste Zyklushälfte habe. Dies galt es nun zu unterstützen. Meine Frauenärztin sah in diesem niedrigen Wert keinen Handlungsbedarf, da er nicht gravierend niedrig ist. Allerdings zeigt mir dies, das wir wertvolle Zeit verloren haben, die man schon anders hätte nutzen können! Allerdings haben Reproduktionsmediziner einfach einen anderen Blick auf die ganzen Werte, als ein Frauenarzt. Das sei ihnen nicht verübelt, immerhin können nicht alle Frauenärzte sich so gezielt auf einen Kinderwunsch spezialisieren.
Da wir aber schon inmitten der ersten Zyklushälfte waren, wurde mir Blut abgenommen und mich darüber informiert, das ich mich telefonisch melden soll, sobald ein Ovulationstest positiv ist. Am Folgetag konnte ich die Ergebnisse der Blutuntersuchung erfragen, dafür bekommt man direkt eine Durchwahl an das Labor. Ergebnis: Keine Auffälligkeiten.
Ich wäre ja aber nicht ich, wenn ich mir die Werte nicht geben lassen würde. Da wurde ersichtlich das der Östrogenwert einfach niedrig war für den Zyklustag und er normalerweise etwas höher wäre.
Nach dem Termin fiel mir ein riesen Stein vom Herzen, ich glaube erst da konnte ich die Last einfach mal fallen lassen. Es war wie, als hätte ich dieses riesengroße schwere Paket abgegeben. Wir müssen diese Verantwortung nun nicht mehr alleine tragen.

Eine Woche später war es dann soweit, mein Ovulationstest war positiv. (Glücklicherweise an einem Montag) – so rief ich im Kinderwunschzentrum an und bekam für den darauf folgenden Tag direkt einen Termin.
Bei diesem Termin sollte ein „Postkoitaltest“ erfolgen, dabei wird ein Gemisch aus Spermien und Zervixschleim direkt am Gebärmutterhals abgenommen und unter das Mikroskop gegeben. Dabei ist ersichtlich ob der weibliche Körper Antikörper gegen die Spermien des Mannes bildet. (Das mein Mann und Ich während dieser Zeit natürlich Sex haben müssen, sollte allen hier mitlesenden sicher klar sein.)
Dieser Test fiel bei uns positiv aus, keine Antikörper. Und unter dem Mikroskop konnte man sehr deutlich die Aktivität der Spermien beobachten, die lt. Dr. van Uem optimal seien. Einen Ultraschall machte er ebenfalls, um zu schauen wo der Leitfollikel ist und wie groß er ist. Hier konnten wir einen Leitfollikel im Linken Eierstock finden, der eine Größe von 18,3mm aufwieß. Für einen Optimalen Eisprung wie auch Befruchtung, sollte der Leitfollikel zwischen 19 und 20mm sein.
Mir wurde erneut Blut abgenommen und dazu bekam ich ein Rezept ausgestellt. Als ich auf das Rezept schaute stand dort „Brevactid 1500 IE – 3 stk.“ Ich kannte dieses Medikament, davon habe ich im mynfp-Forum schon sehr oft gelesen. Dieses Mittel wird genutzt um den Eisprung auszulösen. Nach der Blutabnahme wurde mir dann mitgeteilt, das ich am Mittag bitte anrufen soll, daraufhin würde man mir sagen wann ich die erste Spritze injizieren soll.

Und somit verließ ich die Praxis. Mit einem leicht mulmigen, aber auch fröhlichem Gefühl. Denn was wollte ich mehr? Uns wurde endlich geholfen. Ein Glück ist an der Praxis auch eine Apotheke, dadurch konnte ich das Mittel direkt besorgen und damit nach Hause fahren.
Die Zeit bis ich im Labor anrufen konnte verging so langsam, ihr glaubt gar nicht wie furchtbar das ist, so auf heißen Kohlen zu sitzen! Als ich dann endlich anrufen durfte, wurde mir dann erklärt dass ich am Abend die erste Spritze injizieren soll. Die zwei anderen sollte ich im Abstand von 3 Tagen spritzen. Heute war die letzte Spritze für mich. Es hat mich anfangs etwas überwindung gekostet mich selbst zu spritzen, nachdem ich es einfach gemacht habe, war es halb so wild. Ich habe mir immer im Kopf behalten, wofür ich mich selbst spritze. Und das uns das nur näher an unseren Bauchzwerg bringt. Somit ging es mir viel leichter von der Hand.
Kommenden Mittwoch muss ich zur Blutentnahme um Progesteron und Östrogen bestimmen zu lassen. Ich schätze, für einen Bluttest ist es noch zu früh. Ein Schwangerschaftstest für zuhause kann jetzt auch erst frühstens 10 Tage nach der letzten Spritze erfolgen. Ihr fragt euch wieso? Ich erzähle es euch; in Brevactid ist HCG enthalten. Dieses HCG ist bis zu 10 Tage lang im Urin nachweisbar. Somit sind jeglichen Ovulationstests, wie auch Schwangerschaftstests nicht aussagekräftig! Sie zeigen auf jeden Fall positiv an. Den selbsttest habe ich 2 Tage nach der ersten Spritze gewagt. Dieser Test zeigte mir zwei dicke Linien, aber fakt ist, ich konnte schlecht Schwanger sein wenn der Eisprung erst stattgefunden hat. Das war schon ein wenig deprimierend. Aber wenn es uns hilft, dann muss man damit Leben.

Ich bin sehr froh, das wir diesen Schritt gewagt haben, die Last zu teilen, die Verantwortung abzugeben und nicht mehr hilflos dazustehen.
Als ich letzten Dienstag bei meinem Termin war, war das Wartezimmer voll. Ich habe gerade noch einen Sitzplatz bekommen. So viele junge Paare, junge Frauen .. die alle den selben Wunsch teilen. Erst da wurde mir bewusst, wie verbreitet der unerfüllte Kinderwunsch ist und das man darüber offen sprechen sollte. Auch als junger Mensch!

Damit Wunder entstehen können…

…muss man manchmal andere Wege einschlagen.

Wie einige von euch wissen, zumindest die die uns kennen und meinen Blog verfolgen, haben wir seit über einem Jahr einen bislang unerfüllten Kinderwunsch. Ich habe schon einmal darüber geschrieben und es ist mir bislang immernoch ein Herzensthema.
Seit Anfang 2016 nehme ich keine Pille mehr und einige Monate später kam der Kinderwunsch in uns auf. Nun mache ich seit 12 Zyklen „NFP“ – habe lange Zeit meinen Zyklus beobachtet und habe mich diversen Untersuchungen unterzogen, allerdings ohne Erfolg.
Ich möchte jetzt nicht lesen, dass ich mich doch nicht so versteifen soll, wisst ihr, die Psyche spielt sicherlich eine sehr große Rolle, allerdings habe ich schon mehrfach gesehen dass auch Frauen die sich bis auf das kleinste Detail verrückt gemacht haben, binnen weniger Monate schwanger geworden sind. Man hört zwar immer wieder von den ganzen Geschichten, das Frauen die das Thema für sich beenden dann plötzlich schwanger geworden sind .. aber ich bins leid. Ich möchte sowas nicht mehr hören. Denn es fragt mich auch niemand, wieso und weshalb man sich eventuell einmal verrückt macht. Man kennt das Sprichwort, viele Köche verderben den Brei. Ungefähr so kann man sich meinen Ärzte-Marathon vorstellen.
Begonnen bei der PCO Diagnose, die sich im zuge eines Frauenarzt-Wechsels nicht bestätigt hat, über eine Hashimoto und Struma-Diagnose .. habe ich einiges durch. Bisweilen hat sich die Hashimoto und auch die Struma nicht bestätigt. Was natürlich toll ist, doch trotzdem kann mir niemand sagen, was ich meinem Körper gutes tun könnte.
Denn bis vor einigen Zyklen, konnte mir niemand erklären, wieso diese auf einmal ohne ersichtlichen Grund über 40 Tage gingen. Aber ich sei ja noch Jung und das würde ja noch alles werden. ;) Vielen Dank für diesen Ratschlag! Davon konnte ich mir leider aber auch nichts kaufen.

Nun sind wir an einem Punkt angelangt, an dem gerade Ich gesagt habe, jetzt ist Schluss!
Und so habe ich uns einen Termin in einem Kinderwunschzentrum vereinbart. Am kommenden Montag haben wir unseren Termin, auf den wir nun gute 1.5 Monate gewartet haben. Ich wollte nicht mehr von einem Arzt zum nächsten rennen müssen, ich möchte alles beisammen haben. Ich möchte beraten und ernst genommen werden in meinem Wunsch und meiner Sorge. Denn bislang haben mir sehr viele Menschen das Gefühl gegeben, ich dürfte mir keine Sorgen machen .. weil ich bin ja erst 25 Jahre alt.
Doch trotzdem ist es angebracht, es ist in Ordnung sich Sorgen zu machen. Denn die Sorge ist ganz unabhängig vom Alter. Aber das verstehen leider nicht viele.

Nun hoffen wir auf den Termin und bleiben gespannt was auf uns zukommt.
Wir blicken optimistisch nach vorne und genießen bis dahin einfach die Zeit miteinander. :)

Wir haben -Ja- gesagt!

Nun ist unsere Hochzeit schon seit 41 Tagen vorbei, es wird Zeit für ein Rückblick, den ich gerne mit euch gemeinsam machen möchte.

Wir waren bis kurz vor dem Standesamt Termin am 07.07.2017 um 11Uhr keineswegs aufgeregt. Die Anspannung hielt sich absolut in Grenzen und selbst kurz vor dem Standesamt mussten wir gestehen, waren wir ziemlich entspannt. Wir haben das selbst nicht erwartet, aber im nachhinein betrachtet sind wir doch sehr froh darüber dass es so gewesen ist.

Das Standesamt war für uns ehrlich gesagt auch nur Bürokratie und Papierkram. Es ging auch sehr schnell. Wir waren alle ca. 10 Minuten vorher am Standesamt und die Standesbeamtin hat uns schon in den Saal gebeten in dem wir uns das Ja Wort geben würden. Und dann saßen wir da, mitsamt unserer Familie und warteten darauf, dass es 11 Uhr wird. Die Standebeamtin hat uns dann aber gefragt, ob wir nicht schon beginnen wollen würden, alle Gäste seien anwesend. 19883937_1624112687601284_7325578896102646249_n

Wir stimmten zu und so begann die Trauung, die sage und schreibe 15 Minuten lang gegangen ist. Ja, richtig gelesen. So schnell wir im Standesamt standen, so schnell waren wir auch wieder heraus. Undzwar als Mann und Frau. Ganz offiziell vor dem Gesetz. Sicherlich ist es auch etwas besonderes, denn nur auf dem Standesamt gilt man offiziell als verheiratet. Allerdings sollte das nicht unser emotionalster Moment werden. Im Anschluss waren wir gemeinsam mit unseren Familien essen und haben einfach den Moment genossen.

Am Abend mussten wir dann noch die Kirche und den Saal schmücken und dekorieren. Es sollte ja schließlich alles so sein, wie wir uns das gewünscht haben. Und es wurde genau so, wie wir das wollten. Schlicht und einfach, all‘ die Mühe und Vorbereitungen haben sich gelohnt! Und ich bin froh, dass ich nicht auf die Inhaber des Schloss‘ gehört habe und meinen Farbwunsch letzendlich durchgezogen habe.

Der erste Tag ging für uns spätabends vorüber. Wir genossen ein letztes Abendessen mit meiner Schwägerin, deren Freund und meiner Familie und gingen erschöpft, aber überglücklich ins Bett. Wir haben die letzte Nacht, vor dem großen emotionalen Tag miteinander verbracht. Für uns kam es nie in Frage getrennt zu schlafen.

Nun war er gekommen, früh Morgens um 6 Uhr klingelte mein Wecker. Denn um 07:30 Uhr musste ich mit meiner Mutter und meiner Schwester bei meiner Frisöse sitzen. Da ich ein absoluter Morgenmuffel bin, war das frühe aufstehen auch an diesem Tag eine etwas längere prozedur. Nachdem ich es aber letzendlich geschafft habe, meine Sache gepackt und das ‚überlebenspaket‘ meines Mannes, in Form von leckereien vom Bäcker bekommen habe, ging es los zum Frisör. Zuerst wurde meine Schwester und meine Mutter frisiert, meiner Mutter ging es an diesem Tag leider nicht so gut, am Morgen war sie geplagt von Sodbrennen und auch der Kreislauf machte nicht unbedingt mit. Gepaart mit der aufregung, die eine Brautmama eben so mitbringt, war das keine ganz so gute Kombination. Aber wir meisterten es gut.
Gegen 10 Uhr verließen wir den Friseursalon. Nun kam auch bei mir endlich die Aufregung durch! Und ich hatte mich schon gewundert. Zuhause angekommen, war mein Mann schon zu seinem Bruder verschwunden. Getrennt fertig machen war uns dann doch sehr wichtig. Mein Brautkleid war auch seit Monaten gut gehütet vor ihm versteckt worden. Meine Schwägerin, der ich so unglaublich dankbar bin, hat mir dann geholfen in mein Kleid zu schlüpfen. Im ersten Augenblick standen wir davor und wussten einfach nicht, wo wir beginnen sollen. Ein ausladendes Kleid mit 6m Schleppe ist eben nicht so einfach zu händeln. Aber wer sagt es, nach guten 15 Minuten war es geschafft. Die Braut steckte endlich in Ihrem perfekten Kleid! Noch kurz auf die Uhr geschaut, es war gerade einmal 11:15 Uhr. Das hat für mich bedeutet, noch eine gute halbe Stunde zuhause zu sitzen, bis meine Eltern mich abholen. Was soll man denn die ganze Zeit machen? Mit so einem riesen Kleid kann man ja nicht mal eben einfach irgendetwas erledigen. Also saß ich auf unserer Couch und wartete ganz geduldig. Und irgendwann war der Zeitpunkt da, als meine Eltern und meine Geschwister endlich kamen um mich einzusammeln. Die Trauung begann um 13 Uhr, da wir eine Anfahrt von guten 30-40 Minuten hatten, beschlossen wir zeitig loszufahren. Ein wenig zu zeitig. Wir waren nämlich ca. 10 Minuten später da, als mein Mann. So musste er kurzerhand in die Kirche geschickt werden, sodass ich mich vor dem Haupteingang platzieren konnte. Zum Glück war der Nebeneingang ums Eck, sodass ich ganz ungesehen geblieben bin.
Eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn fiel meine Mama dann 5 Stufen herunter und brach sich 3 Rippen an. (Das kam allerdings erst nach unserer Hochzeit heraus, da sie erst 2 Tage später zum Arzt gegangen ist.) Ihr glaubt mir gar nicht, wie schlimm das für mich war. Die ganze Aufregung bzgl. unserer Trauung war wie weggeflogen, ich hatte nur noch Sorge um meine Mama. Kühlend und weinend, weil ihr Brautmama-Armband kaputt ging, saß Sie dann in der Kirche. Der Tag war somit fast gelaufen für sie. Denn so genießen wie sie es eigentlich wollte konnte sie dann leider nicht mehr. Aber wir haben versucht das beste daraus zu machen.

13 Uhr, die Kirchenglocken läuteten und plötzlich war meine Aufregung wieder da. Als mein Papa dann auf mich zukam um mich in die Kirche hineinzuführen war alles vorbei. Ich habe nur noch versucht meine Tränen wegzuatmen! Immerhin wollte ich unsere Gäste und meinen Mann sehen, wenn ich hereinlaufe. Dabei kamen ganz witzige Bilder zustande. Aber so konnte man mir meine Aufregung wenigstens ansehen. Das war auf jeden Fall in Ordnung! (:

Nun war es an der Zeit, vor Gott und der Kirche – Ja – zu sagen. Wisst ihr, wir sind nicht unbedingt stark gläubig oder gar Kirchengänger, eigentlich ganz im Gegenteil. Für unsere Ehe wünschten wir uns allerdings doch den Segen ‚Gottes‘. Wir sind davon überzeugt, dass es irgendetwas geben mag, etwas was sich der Mensch nicht vorstellen kann. Ob das unbedingt ‚Gott‘ ist, darüber sind wir uns nicht einig. Aber uns war wichtig, dass wir trotz allem den Segen hierfür haben. Den Segen unseren Weg gemeinsam beschreiten zu können. Und so kitschig das auch klingen mag, für uns gehörte die kirchliche Trauung einfach zu einer Hochzeit dazu!
Also gaben wir uns in einem wirklich wunderschönen Gottesdienst, der geleitet wurde von Pfarrerin Elsel, das Versprechen, uns zu lieben und zu ehren, uns treu zu bleiben und dies mit ‚Gottes Hife‘ gemeinsam zu schaffen.

‚Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen,
auch Ströme schwemmen sie nicht weg.‘
Hohelied 8.7

Unser Trauspruch bedeutet für uns sehr viel. Wir haben ihn ausgewählt, aus dem Hohelied der Liebe. Er beschreibt unsere Beziehung miteinander sehr gut, unsere schwierigen Zeiten, die wir bis zu unserer Trauung schon miteinander gemeistert haben. Wir können uns mit diesem Spruch identifizieren und uns immer wieder daran erinnern, dass nichts auf der Welt unsere flammende Liebe auslöschen kann. Wir möchten an dieser Stelle nochmal einen großen Dank an Pfarrerin Elsel aussprechen, die sich bereit erklärt hat unsere Trauung zu halten, nachdem unsere eigendliche Pfarrerin im Krankenstand steht und diesen Gottesdienst für uns und unsere Gäste unvergesslich und besonders gemacht hat! Vielen Dank!

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Nach dem sehr emotionalen Gottesdienst, indem meine Schwester und mein Papa die Lieder ‚Hallelujah‘ und ‚Ein Liebeslied von Eisblume‘ vorgetragen haben und wir spätestens da die Tränen nicht mehr halten konnten, war die Zeit gekommen unseren Tag mit all‘ unseren Gästen zu feiern!
Nach den ganzen Gratulationen und dem traditionellem Herzauschneiden, bei dem übrigens mein Mann gewonnen hat, ging es im Autokorso los zu unserer Feierlocation. Wir sind überglücklich die Location gewählt zu haben, wir haben uns rundum gut betreut gefühlt und haben einen unvergesslichen Tag genossen!

Angekommen am Schloss wurden wir mit einem Sekt empfangen, für unsere Gäste gab es neben dem Sekt ganz viele Häppchen, sodass Sie nicht mit leeren Magen auf uns warten mussten. Da es an diesem Tag um die 33°C hatte, war die Wartezeit natürlich angenehmer mit etwas im Magen und einem Schattenplätzchen. Wir waren sehr froh, dass das Schloss eben genau diese Möglichkeiten bereit gestellt haben und wir somit ohne große Sorge unsere Hochzeitsfotos machen gehen konnten. Die Stunde Fotos machen verging wie im Flug und so waren wir schon wieder bei unseren Gästen. Gemeinsam mit diesen wurden noch Fotos gemacht und im Anschluss gingen wir in einer geschlossenen Gesellschaft in unseren Raum. Alle bestaunten unsere Dekoration und fühlten sich direkt wohl. Wir waren erleichtert, dass wir eine solche Atmosphäre schaffen konnten.

Neben dem Abendessen und diversen Geschenkübergaben, man muss dazu sagen dass sich sehr viele Gäste wirklich etwas haben einfallen lassen, vielen Dank hierfür, eröffneten wir die Tanzfläche am späten Abend mit unserem Hochzeitstanz. Nach einer 2 Minütigen Rumba auf ‚Thinking out Loud‘ von Ed Sheeran switchten wir um auf eine einstudierte Coreo mit ganz vielen verschiedenen Liedern. Unser Tanz ging geschlagene 9 Minuten lang und ein stolpern meinerseits blieb dabei nicht aus. Es war aber auch sehr beschwerlich mit diesem Kleid einwandfrei zu tanzen. Aber wir haben es sehr gut gemeistert und der Tanz kam, wie erhofft, super bei den Gästen an!

Im Anschluss verteilte sich die Hochzeitsgesellschaft auf der Tanzfläche, an der Bar und im Innenhof des Schlosses. Denn mittlerweile war unser Raum ziemlich warm gewesen. Die ersten Gäste haben uns verlassen, da einige noch einen langen Heimweg hatten, aber es blieben trotzallem noch Gäste bis ca. 2 Uhr in der Nacht.
Wir hätten sicher noch länger gefeiert, allerdings haben wir auch verstanden, dass die meisten eine wirklich lange Heimfahrt vor sich hatten und wir sind einfach nur dankbar dass alle den Weg auf sich genommen haben, diesen Tag mit uns zu genießen und zu feiern.

Nachts um 3 Uhr lagen wir dann umhüllt von unseren Geschenken, meinem Brautkleid und dem Anzug meines Mannes im Bett. Erschöpft und Glücklich zugleich.

Wir sind so unendlich dankbar für diesen Tag. Er war genau so wie wir ihn uns vorgestellt haben!

 

Wenn sich Wünsche nicht erfüllen

Wie ihr wisst, haben wir neben dem Wunsch zu heiraten auch den Wunsch ein Kind zu bekommen. Nach einem Jahr vergeblichen Versuchen und etlichen Untersuchungen haben wir ein wenig resigniert. Denn es hat leider immer noch nicht geklappt.

Letzten Zyklus hatten wir einen ganz leichten Strich auf unserem Test, zwei Tage später kam dann doch die Regelblutung. Wir waren unendlich traurig und haben für uns entschieden dieses Thema in den Hintergrund zu stellen. Wir geben nicht ganz auf, es ist nur nicht mehr ein Hauptthema in unserem Leben. Gerade ich, bin von Zyklus zu Zyklus immer trauriger geworden .. und auch wenn man es oft nicht bemerkt, nimmt es einen mehr mit als man eigentlich möchte. Nun habe ich aufgehört meine Temperaturkurve zu führen, nehme keine Globuli mehr und auch keinen Tee. Seit ca. 2 Wochen mache ich das nun schon und es hat mir schon etwas Druck genommen. Keine Kurve mehr, auf die man ewig schauen kann. Man hofft nicht mehr vergeblich, weil es nichts mehr gibt, was einen verunsichern kann. Nun hoffen wir, dass sich die ganze Situation entspannt und freuen uns einfach nur auf unsere Hochzeit.

Ich weiß auch, das alle immer sagen „entspannt euch“ – aber ehrlich gesagt bleibt das manchmal einfach nicht aus. Letzten Zyklus waren wir wirklich sehr entspannt und erst als ich überfällig war wurden wir etwas hibbelig. Das bleibt aber einfach nicht aus. Und mir kann keine Frau erzählen, die sich so intensiv mit ihrem Körper beschäftigt, evt NFP betreibt und einen akuten KiWu hat, dass Sie da nicht auch hibbelig geworden wäre.
Und irgendwann kann man es auch nicht mehr hören. Denn letzendlich bleibt es immer noch unsere Entscheidung, wie man damit umgeht. Ich habe auch schon genug Beispiele gesehen, die trotz starker Hibbelei Schwanger geworden sind.
Aber wenn man erzählt, dann war immer das „reinsteigern“ Schuld gewesen. ;) Verstehe schon!

Manche Menschen nehmen sich auch einfach wirklich das Recht heraus über die Situation zu Urteilen, obwohl sie keinerlei Hintergründe kennen. Dass manches eventuell auch Körperliche Ursachen haben könnte. Und ja meine Lieben, auch mit mitte 20 (dem Gebährfreudigstem Alter) können körperliche Ursachen Grund für eine ungewollte Kinderlosigkeit sein. Denn man ist nicht geschützt davor, nur weil man noch Jung ist. Manche Körperlichen Ursachen entwickeln sich eben in der Pubertät oder eben auch während der Pillen-Einnahme. Da wird man damals nie aufgeklärt drüber und wenn ich das gewusst hätte, was ich heute alles weiß, hätte ich niemals mit der Pille verhütet. Die Unterleibschmerzen hat Sie nie reduziert – wie auch – für die Schmerzen waren ja schon von Jugend-Alter auf die Endometriose schuld. Die auch erst 2015 diagnostiziert und operiert worden ist. Aber wir wissen ja alle „Ich bin ja noch so Jung!“ ;)

Aber nun genießen wir erst einmal die immer größere Vorfreude auf unsere Hochzeit und die bevorstehenden Flitterwochen.

Feinschliff & Detailarbeit

Es ist schon wieder eine ganze Weile her, dass ich hier einen Beitrag verfasst habe. Es war und ist viel los bei uns und ich bin froh, wenn ich am Abend in meinem Bett liegen konnte.

Jetzt haben wir nur noch 36 Tage bis zu unserer Hochzeit. Nur noch einen Monat!
Wo ist nur die Zeit hin? Aber ich bin mit fast allem fertig. Das einzige was noch fehlt, ist der Feinschliff den ich erst in der Woche vor der Hochzeit machen kann. Dazu zählt sowas wie Nägel machen, Kleid und Schleier aufbügeln lassen und die Deko an die Feierlocation bringen.
Alles andere ist erledigt. :)

Letzten Monat hatten wir erfahren, dass wir eine neue Pfarrerin bekommen, da unsere eigentliche im Krankenstand ist. Wir waren erst einmal etwas erschrocken und hatten bedenken, dass das mit der neuen Pfarrerin passt. Aber es passt! Und wir sind überglücklich, dass der Ablauf unseres Gottesdienstes feststeht.
In diesem Zusammenhang habe ich auch unsere Kirchenhefte erstellt und erfreue mich jeden Tag daran, dass Ich sie selbst gestaltet und gebastelt habe. Anfangs wollte ich sie drucken lassen, habe mich aber dann doch dagegen entschieden. Denn ich dachte, das kann ja wohl nicht so schwer sein! Gesagt, getan und nun halten wir die fertigen Exemplare in unseren Händen.

Im Februar hatten wir auch unseren Trauringkurs, bei dem wir unsere Eheringe selbst schmieden durften. Auch diese sind nun schon zuhause, komplett selbst gestaltet und geschmiedet, mit einer ganz persönlichen Gravur. Unsere Eheringe sind aus Rotgold 585, die gleiche Farbe wie mein Verlobungsring und meine Lieblings-Armbanduhr. Wir waren uns einig, dass diese Farbe uns am besten steht und wir damit auch sehr glücklich sind. Nun, wo wir die fertigen Ringe in den Händen halten, wissen wir, es war definitiv eine richtige Entscheidung! Und wir können das selbst schmieden nur weiter empfehlen. Es war ein ereignisreicher und witziger Tag, mit 4 weiteren Paaren. Und noch dazu, hat man etwas mehr über die Schmiedekunst kennenlernen dürfen.

Unsere Hochzeitstorte ist auch bestellt, über die freuen wir uns ganz besonders. Sie strahlt von außen von Schlichtigkeit – aber von innen wird es ein absoluter WOW-Effekt werden. Da sind wir uns sicher. Da lohnt es sich, etwas mehr in die Hand zu nehmen.

Alles in allem freuen wir uns unheimlich auf unsere Hochzeit und die anschließende Feier mit unseren liebsten. Es wird sicher ein unvergesslicher Tag für uns werden!

Es nimmt gestalt an

Heute sind es noch 115 Tage bis wir uns das Ja-Wort geben.
Die Detail-Planungen sind im vollen Gange und es nimmt langsam aber sicher gestalt an.

Gestern hatte ich einen Termin mit einem Dekorateur, da wir frühestens Samstag Morgen 7 Uhr in den Saal können, bleibt keine Zeit selbst zu dekorieren. Nun hoffen wir, dass das Angebot nicht unseren Rahmen sprengt und wir die Deko gelassen abgeben können. Wieso ich diese Aufgabe niemandem meiner Gäste übertrage? Sind wir einmal ehrlich, wer möchte schon gerne am Hochzeitstag morgens in der Früh aufstehen um noch schnell die Tische und den Raum zu dekorieren? Erst recht nicht, wenn die meisten Gäste einen weiten Anreiseweg haben. Es fällt schwer, aber wir müssen das einfach abgeben.
Etwas Gutes hatte der Termin gestern allerdings, wir können bei unserem Farbschema bleiben und müssen Ihn nicht über Bord werfen, wie der Senior der Location gesagt hat. Männer kennen sich eben doch weniger mit Deko aus. Darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut.

Demnächst muss ich mir dann mal ein Termin bei meiner Friseuse machen. Denn man muss ja mal die gewünschte Brautfrisur ausprobieren. Und der Termin bei der Floristin steht auch noch an. Einen Tanzkurs für unseren Eröffnungstanz belegen wir zur Zeit und wir stellen uns gar nicht einmal so blöd an.

Das Hochzeitsmenü und die Hochzeitstorte stehen seit ca. 2-3 Wochen und es fühlt sich gut an, wenn man wieder einen weiteren Punkt auf seiner To-Do Liste abhaken kann. Nur an der Sitzordnung tu ich mich noch sehr schwer. Wer sitzt bei wem? Wen sitzt man zusammen an den Tisch? Sehr schwer…Aber auch das meistern wir noch irgendwie.

Ich freue mich, auf unseren großen Tag und diesen mit all meinen Liebsten feiern zu dürfen!

Tapetenwechsel

Aus dem Porzelanpueppchen wird Fraeulein Liebeskind!

Dieser wechsel war lange überfällig. Wieso? Denn das Pueppchen bin nicht mehr ich! Ich verbinde mit dem Namen viel zu viel negatives und es wurde langsam Zeit los zu lassen.
Lange Zeit hat es gedauert, bis ich einen Namen gefunden habe mit dem ich mich identifizieren kann. Aber nun ist es vollbracht, das neue Logo ziert meinen Blog, die Seite ist umbenannt und auch in diversen Sozialen Netzwerken bin ich unter diesem Namen nun zu finden.

In diesem Zuge möchte ich euch mitnehmen, auf den Weg, wie es dazu kam. Wie ich mich immer mehr von meinem alten Synonym entfernt habe.

Seit ich im Internet unterwegs bin, habe ich den Namen „Porzelanpüppchen“ getragen. Wohlbemerkt, dass Porzellan auch noch falsch geschrieben war. Aber das ist letzendlich den wenigsten aufgefallen. Ich habe mich immer mit einer zerbrechlichen Puppe symbolisiert und verglichen. Denn genau das war ich, mit 14.
Ich wuchs mit diesem Namen und ich stand auch immer hinter diesem. Jeder in den Selbsthilfeforen kannte mich unter diesem Namen. In meinem eigenen habe ich den Namen dann auf „Porcelain“ gekürzt und trotz allem wusste jeder wer ich war.
Das kleine ‚Püppchen‘ das Angst vor der Welt und sich selbst hatte, das Probleme hatte, mit denen Sie nicht zurecht kam. Die Depression hatte Sie fest im Griff und es folgten unzählige Niederlagen, die nie zu enden schienen. Doch irgendwann gingen auch diese vorüber, wurden verarbeitet und überstanden.
Wenn ich zurückdenke, dann sind es nun schon 10 Jahre … wow. Wenn man diese Zahl einmal in den Mund genommen hat, dann bemerkt man erst einmal, wie schnell die Zeit doch eigentlich vergangen ist. Aber in diesen 10 Jahren ist so unglaublich viel passiert.

Dinge die mich geprägt haben. Dinge aus denen ich lernen konnte. Dinge die mich auch einmal zurück geworfen haben. Doch seit 7 Jahren gibt es diesen einen Menschen, der mich immer wieder ein Stück nach vorne schupst. Danke dafür!

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Und somit beginne ich nach 10 Jahren nun ein neues Kapitel in meinem Leben. Denn ich bin nicht mehr die kleine zerbrechliche Puppe, die ich einst einmal gewesen bin. Ich bin eine bodenständige junge Frau, die inmitten ihrer Hochzeitsplanung und Kinderplanung steckt.
Ich habe es geschafft, nach freiwillig begonnenen Therapien, nach dem entschluss mein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Denn wir sind selbst dafür verantwortlich. Nur wir selbst können etwas bewegen! Wir müssen an uns glauben. Denn das Leben ist das, was man selbst daraus macht.
Mein Weg war nicht immer leicht, ich habe Menschen hinter mir gelassen und musste schmerzlich feststellen, wer mir im laufe der Zeit eigentlich nur etwas vorgespielt hat. Ich musste lernen, dass Entfernung für Menschen ein Problem sein kann und deswegen Freundschaften zerbrechen können. Doch auch nach gewissen Zeiten kommen die richtigen wieder in das Leben zurück. Und darüber bin ich einfach nur dankbar. Und ich denke, dass die die ich meine wissen dass ich sie hiermit anspreche.

In meinem Leben war nicht alles gut, aber auch nicht alles schlecht.

Und hiermit beginnt die neue Zeit.
Die Zeit von

Fraeulein Liebeskind